Start / Plattform-Vergleich
Mercor, micro1 oder Outlier? Welche KI-Plattform sich für Ärztinnen und Ärzte lohnt
Seit Februar 2026 bewerte ich neben der Medizin KI-Antworten auf medizinische Fragen, und zwar auf allen drei großen Plattformen: Mercor, micro1 und Outlier. Oft werde ich gefragt, wo man am besten anfängt. Hier ist meine ehrliche Einschätzung.
Worum geht es überhaupt?
KI-Firmen trainieren Sprachmodelle, die medizinische Fragen beantworten. Damit diese Antworten stimmen, brauchen sie Fachleute. Wir prüfen Diagnosen, Dosierungen und Empfehlungen, bewerten nach festen Kriterien und begründen jeden Fehler. Die Arbeit ist remote und freiberuflich, und man teilt sie sich selbst ein.
Mercor: für konkrete, spezialisierte Projekte
Bei Mercor bewirbt man sich auf einzelne Projektstellen mit festem Stundensatz. Der Einstieg läuft über Lebenslauf und ein kurzes Interview mit einer KI, manchmal kommt ein Fachtest dazu. Mercor passt gut, wenn man eine klare Fachrichtung hat und gezielt auf passende Projekte wartet.
micro1: breit aufgestellt, auch für mehrsprachige Rollen
micro1 arbeitet ebenfalls mit Profil und KI-Interview und ordnet einen dann passenden Projekten zu. Es gibt viele Expertenrollen, oft stundenbasiert oder pro Aufgabe. Wer neben Englisch noch weitere Sprachen spricht, findet hier häufig zusätzliche Möglichkeiten.
Outlier: der zugänglichste Einstieg
Outlier ist eine Plattform mit aufgabenbasierter Arbeit. Nach der Registrierung macht man Einstufungstests und kurze Schulungen für jedes Projekt. Das eignet sich gut zum Reinkommen, auch für Medizinstudierende und Pflegekräfte.
Was ich gelernt habe
- Die Richtlinien sind wichtiger als das klinische Bauchgefühl. Bewertet wird exakt nach den Projektkriterien, nicht danach, wie man es selbst in der Klinik machen würde.
- Jede Bewertung konkret begründen: welcher Fehler, warum er relevant ist, was richtig wäre.
- Zeit lassen bei den Tests. Wer hetzt, wird oft vom Projekt ausgeschlossen.
- Bei mehreren Plattformen anmelden. Die Menge an Aufgaben schwankt stark, mit mehreren Plattformen hat man öfter Arbeit.
Die Kehrseite
Es ist freiberufliche Arbeit ohne feste Stunden. Manchmal gibt es wochenlang wenig zu tun. Die Einkünfte muss man selbst versteuern, und wer angestellt ist, sollte prüfen, ob die Nebentätigkeit gemeldet werden muss.
Fazit
Wer flexibel etwas dazuverdienen will und Freude an genauer medizinischer Arbeit hat, sollte es ausprobieren. Mein Tipp: bei allen dreien anmelden und schauen, welche Projekte kommen.